Heimgart Erfinder

Denis Sauermann und Carsten Wannemüller, 2017

„Wir möchten urbanen Menschen die Möglichkeit geben, sich unabhängig, ökologisch und gesund selbst zu versorgen.“ (Denis Sauermann & Carsten Wannemüller, 2017)

Mit dieser Vision im Kopf haben Denis Sauermann und Carsten Wannemüller, die beiden Erfinder von Heimgart, von 2015 bis 2017 an ihrer Produktinnovation gefeilt, bevor sie ihr mittlerweile patentiertes Anzuchtsystem auf den Markt bringen konnten. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn mit Heimgart haben die beiden eine Möglichkeit geschaffen, Microgreens unkompliziert in der heimischen Umgebung selbst zu ziehen.

Seit dem Produktlaunch 2017 hat Heimgart bereits drei Geburtstage gefeiert und damit bewiesen, dass es sich lohnt, seinen Visionen zu vertrauen.

Wir haben den beiden Chefs Denis und Carsten für euch noch ein paar Informationen entlockt, um das Interview von 2017 zu ergänzen und, um euch außerdem ein Stück weit mit hinter die Kulissen zu nehmen.

Was ist Heimgart? Wie ist die Idee dazu entstanden?

Denis: Als ich vor einigen Jahren in den USA war, habe ich Microgreens zum ersten Mal kennengelernt und probiert. Als Vegetarier ernähre ich mich leidenschaftlich gerne gesund und beschäftige mich mit Trends und Innovationen der grünen Branche. Da hat mich der Ehrgeiz gepackt, Microgreens auch nach Deutschland zu bringen.

Carsten: Zusammen haben wir zwei Jahre lang getüftelt, probiert und unzählige Prototypen getestet. Am Ende ist Heimgart entstanden – ein Anzuchtsystem für Microgreens, das komplett ohne Erde und ohne ständiges Gießen auskommt und immer Saison hat. Unsere acht Sorten Microgreens können das ganze Jahr über selbst gezogen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Kresse aus dem Supermarkt und der von Heimgart?

Carsten: Der entscheidende Unterschied ist, dass Heimgart als regionales Frischeprodukt kaum zu übertreffen ist. Da der Verbraucher unsere Microgreens bei sich zuhause zieht, entfallen die langen Transportwege, die selbst Bio-Kresse aus dem Supermarkt hinter sich hat. Hinzu kommt, dass die Supermarkt-Kresse nach dem Kauf so schnell wie möglich verzehrt werden sollte. Mit Heimgart hat der Verbraucher mehr Spielraum, denn er kann die Microgreens nach Bedarf ernten und auf dem Höhepunkt ihrer Frische verzehren – komplett ohne Geschmacks- und Vitaminverlust. Somit können sich unsere Kunden unabhängig, ökologisch und gesund, selbst versorgen!

Was versteckt sich hinter dem Wort „Microgreens”?

Denis: Microgreens ist das englische Wort für Keimpflanzen. Microgreens sind also die kleinen Pflänzchen verschiedener Gemüsesorten wie Brokkoli, Rotkohl oder Rauke. So jung geerntet, steckt das Mini-Gemüse voller Geschmack und wertvoller Nährstoffe, welche die Pflanze benötigt, um zu wachsen. Kein Wunder also, dass Microgreens echte Vitalstofflieferanten sind: Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sorgen, sind in Microgreens im Verhältnis zum ausgewachsenen Gemüse um ein Vielfaches höher.

Was waren die größten Hindernisse und Erfolge?

Carsten: Der Anspruch an unser Produkt und damit an uns selber war die größte Herausforderung. Wir wollten ein Anzuchtsystem entwickeln, welches einfach in der Handhabung ist, hohe Erträge bringt und pflegeleicht ist – ohne dabei den Nachhaltigkeitsgedanken zu vernachlässigen.

Heimgart wird ohne Kunststoff auskommen – das war von Anfang an beschlossene Sache. Während die Welt über Plastikmüll debattiert, liegen in Plastik eingeschweißte Bio-Gurken und die losen Gurken aus der konventionellen Landwirtschaft im Supermarkt gemütlich nebeneinander und warten auf ihre Käufer. Wir sind uns sicher, dass die Entscheidung, wo und welche Lebensmittel man kauft, gleichzeitig eine Entscheidung für oder gegen überflüssigen Müll ist. Wir haben uns dagegen entschieden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Heimgart ist ein einfach zu benutzendes System mit guter Keimquote. Es besteht aus hochwertigen, nachhaltigen Materialien Made in Germany und mit biozertifizierten Saatpads. Und es sieht auch noch schön aus.

Einer der schönsten Erfolge dabei ist, dass wir in unserer Vision Tag für Tag bestätigt werden. Wir sind uns während des gesamten Prozesses treu geblieben und haben unsere Werte nie vernachlässigt oder der Einfachheit halber beiseitegeschoben.

Denis: Die Produkt(weiter)entwicklung ist natürlich nach wie vor einer sehr großer Bestandteil unserer Arbeit. In den letzten drei Jahren haben wir viel über unser Produkt gelernt und natürlich auch das Feedback unserer KundInnen ernstgenommen. Dabei hat es sich zum Beispiel ergeben, dass wir unsere Saatpads mittlerweile ohne Leinendocht produzieren. Auch am Verpackungsmaterial hat sich bei Heimgart so einiges getan

Wie läuft das mit der Produktion?

Denis: Alle Komponenten von Heimgart – von der Keimschale bis zum Saatpad – werden in Deutschland gefertigt und verarbeitet. Die Porzellanschale wird von der Porzellanmanufaktur Seltmann Weiden speziell für Heimgart gefertigt. Der Edelstahleinsatz wird von einem bayerischen Edelstahlspezialisten produziert. Die einzelnen Komponenten werden zu einer Berliner Behindertenwerksatt geliefert und von den Mitarbeitern dort konfektioniert, bevor sie in den Online-Shop oder den Handel kommen.

Was das Saatgut betrifft, arbeiten wir mit verschiedenen deutschen Bio-Saatgutlieferanten zusammen. Für die Saatpads verwenden wir ausschließlich Saatgut in Bio-Qualität, Naturfasern und ein natürliches Bindemittel, um das Saatgut auf dem Pad zu befestigen. Alle Komponenten sind nach DE-ÖKO-070 biozertifiziert. Auch die Saatpads werden in Zusammenarbeit mit der Berliner Behindertenwerkstatt hergestellt und konfektioniert.

Was ist das Erfolgsrezept?

Carsten: Ein Erfolgsrezept gibt es nicht, aber wir treffen mit Heimgart den Zahn der Zeit. Es gibt ein immer größeres Bewusstsein für nachhaltige Bio-Produkte wie Heimgart, wobei die Tendenz einen dauerhaften Wandel aufzeigt. Die Menschen möchten wissen, was sie auf dem Teller haben und wo es herkommt. Mit Heimgart bieten wir ein Rundum-sorglos-Paket, das genau diese Aspekte erfüllt. Denn Heimgart entspricht nicht nur in punkto Nachhaltigkeit den Bedürfnissen der Gesellschaft, sondern ist auch ein regionales Produkt, das hohe Qualitätsansprüche erfüllt. In Kombination mit der einfachen Funktionsweise und dem minimalistischen, eleganten Design entspricht Heimgart dem heutigen Zeitgeist.

Was ist das besondere an Microgreens?

Denis: Kaum einer weiß, dass die jungen Pflanzen voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe stecken und daher viel mehr zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung beitragen, als ausgewachsenes Gemüse. Unser Tipp: esst mehr Microgreens! Damit tut ihr nicht nur euch selbst etwas Gutes, sondern auch der Umwelt.

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